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Call For Future

Eine Ausschreibung für wegweisende Initiativen in und für Berlin

Stell Dir vor, der Tag hat 1 Stunde mehr… Wie könnten wir diese 25. Stunde nutzen, um etwas anders zu machen? Am 21. April 2010 startete das Projekt ÜBER LEBENSKUNST mit einer weltweiten Ausschreibung für wegweisende Ideen, die Kultur und Nachhaltigkeit verbinden. Der CALL FOR FUTURE wurde in zehn Sprachen verbreitet und richtete sich an alle, die in und für Berlin scheinbar unmögliche Ideen denken und verwirklichen - ob Individuen, Wohngemeinschaften, Bürgerinitiativen, Vereine oder Familien.

Der überwältigende Rücklauf des CALL FOR FUTURE zeigt: Es gibt bereits zahlreiche Ideen und Modelle, die dazu ermuntern, den eigenen Alltag neu zu gestalten und mit Blick auf die Zukunft zu handeln. Mehr als 850 lokale Initiativen und Einzelpersonen haben – häufig gemeinsam mit internationalen Partnern – ihre Projektideen eingereicht. Die Bewerbungen kamen aus der ganzen Welt: Paris, London, Barcelona, Helsinki, New York, Litauen, Australien, Kanada, Taiwan, Polen, Mexiko, Südafrika, Japan, Israel, Ungarn, Thailand, ...

Diese Querdenker will ÜBER LEBENSKUNST fördern, vernetzen und einer breiten Öffentlichkeit sichtbar machen. Das Motto ist: Alle machen mit! Je mehr Menschen sich beteiligen, desto aufregender wird die Suche nach nachhaltigen Lebensweisen und desto wahrscheinlicher der Erfolg.

Eine internationale Jury hat am 23. August 2010 14 Projekte ausgewählt, die ein Jahr lang ideell und finanziell mit bis zu 20.000 Euro gefördert werden. Es ist ein wichtiges Anliegen von ÜBER LEBENSKUNST, die geförderten Projekte in der Stadt zu verankern, und für alle Berliner_innen sichtbar und erfahrbar zu machen.

DIE GEFÖRDERTEN ÜBER LEBENSKUNST.Initiativen

AUSTERTRAUM – Feldstudie am Haus der Kulturen der Welt
Projektträger_in: Stefan Saffer, Dr. Birgit Schneider

Das Projekt will das Haus der Kulturen der Welt als vorbildliche Fallstudie etablieren, die zeigt, unter welchen Bedingungen nachhaltiges Kulturschaffen möglich ist.

BERLIN SUMMT! – Bienen bevölkern die Stadt
Projektträger: Andreas Karmanski / Umweltforum für Aktion und Zusammenarbeit e.V.

Auf mehreren prominenten Gebäuden in Berlin werden Bienenstöcke aufgestellt und unterhalten. Am Beispiel der Stadtimkerei wird das Bewusstsein für die Bedeutung der Natur in der Stadt sowie die schwindende Artenvielfalt gestärkt.

BERLINER WILDES LEBEN / BERLIN WILD LIFE
Projektträgerinnen: Susanna Hertrich, Michiko Nitta

Wie könnte eine nachhaltige Zukunft für ein Zusammenleben mit Wildtieren im Stadtgebiet aussehen? Interventionen laden die Berliner_innen zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema ein.

ENERGY STREETFIGHT – A Playful Approach to Energy Reduction
Projektträger: Benedikt Foit, Vijak Haddadi, Habib Lesevic / Vic Ventures

Die Bewohner der Stargarder Straße im Prenzlauer Berg werden dazu aufgerufen, sich an einem sechsmonatigen Wettbewerb zur Energiereduzierung zu beteiligen. Die Gewinner werden auf dem ÜBER LEBENSKUNST.Festival im August 2011 prämiert.

FLOATING H2O BIO-CLARIFICATION PONTOON
Projektträger: Julian Charričre, Andreas Greiner, Markus Hoffmann, Felix Kiessling / Das Numen Kollektiv

Ein mobiles Floß auf der Spree dient zur Wasseraufbereitung und wird gleichzeitig als soziale Interaktions- und Wissensplattform genutzt.

HELIOFLEX – Sonnenspiegel für Berlin
Projektträger: Christoph Keller

Im Rahmen von ÜBER LEBENSKUNST werden Prototypen von helioflex-Sonnenspiegeln am Haus der Kulturen der Welt aufgestellt, die Tageslicht in dunkle Räume des Gebäudes lenken.

NEIGHBOURHOOD SATELLITES ENERGY HARVESTS – Claiming Energy Leaks as Resource
Projektträger_in: Myriel Milicevic, Hanspeter Kadel / Neighbourhood Satellites

Mit praktisch-utopischen Objekten, Workshops und Diskussionen soll eine neue Energieinfrastruktur in Berlin erprobt werden.

PEACEMAKER – leORIGAMIpard III
Projektträger: Frank Bölter

Das Projekt stellt die Frage nach der Notwendigkeit militärischer Interventionen und verlagert sie in das Feld der Kunst. Mit Rekruten der Bundeswehr wird in einem Origami-Workshop ein Leopard-Panzer im Maßstab 1:1 gefaltet. Eine filmische Dokumentation ergänzt die Papierinstallation.

PFANDFLASCHENSAMMELSTATION
Funktionale Skulpturen einer neuen Logistik für Werteumverteilung in Berlin

Projektträgerin: Steffi Stangl

Pfandflaschensammelstationen laden zur Teilnahme an Werteumverteilung ein und sind gleichzeitig ein Moment, um sich über die soziale Kluft in der Stadt Gedanken zu machen. Sammler_innen wird das würdelose Wühlen im Müll erspart, sie können die dort abgegebenen Flaschen abholen.

POWER THE CITY! DIE STROMAKTIVISTEN
Erzeuge Deinen eigenen Strom!

Projektträger: Martin Keil, Henrik Mayer / Reinigungsgesellschaft

In einem Berliner Fitnessstudio haben Jugendliche die Möglichkeit, durch Muskelkraft Strom zu erzeugen, der ins Berliner Stadtnetz eingespeist wird. Das partizipative Modellprojekt will einen öffentlichen Diskurs über Chancengleichheit von Jugendlichen anstoßen und gleichzeitig einen Beitrag zur alternativen Energiegewinnung leisten.

RAUS AUS DER BIOTONNE!
Ein Projekt zur kreativen Energiegewinnung an Schulen

Projektträger: Franz John, Prof. Michael Rodemer

Prozesse der natürlichen Elektrizitätsgewinnung durch organische „Abfälle“ sollen verständlich gemacht und in Schulprojekten in Berlin angewandt werden. Schüler_innen bauen unter sachkundiger Anleitung Grätzelzellen, eine Anwendung aus der Bionik, die sie anschließend in Installationen und Objekten „spielerisch-kreativ“ umsetzen.

SOCIAL SEEDS – ÜberLebensVielfalt in Berliner Gemeinschaftsgärten
Projektträgerinnen: Alexandra Becker, Britta Pichler

Durch Anbau alter, seltener und regionaler Kulturpflanzensorten in Berliner Gemeinschaftsgärten werden neue Agro-Sozio-Biotope geschaffen, in denen sich soziale und biologische Vielfalt nachhaltig entwickeln kann.

SUSTAINABLE SUSHI
Ein Restaurant als Kunstwerk – mit und über die politisch korrekte Interpretation einer japanischen Delikatesse

Projektträger: Max Schumacher / post theater (new yok / berlin / tokyo)

In einem temporären Restaurant wird Sushi aus regionalen und nachhaltigen Zutaten serviert. Der Zusammenhang von Essen und Ökologie wird den Besucher_innen auf sinnliche Weise nahe gebracht.

URBAN GARDENS AND THE RESILIENT CITY
Wucherndes produktives Grün für die Stadt der Zukunft

Projektträger: Marco Clausen / Nomadisch Grün gGmbH

„Wucherndes produktives Grün“ will die Gärten dorthin bringen, wo die Menschen leben. Mit dem Prototyp eines mobilen, 1 qm großen Gartenbauelements soll die urbane Landwirtschaft räumlich und sozial in Berlin ausgeweitet werden.

JURY CALL FOR FUTURE

Die internationale Jury des CALL FOR FUTURE setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Max Ahmadi Zenouz (Schülerinitiative Plant for the Planet), Daniel Boese (Berliner Stadtmagazin zitty), Charles Landry (Londoner Stadt- und Kreativitätsforscher), Dr. Annette Massmann (Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe und GLS Gemeinschaftsbank), Gülcan Nitsch (BUND/Yesil Çember) und Sissel Tolaas (norwegische Künstlerin und Professorin).


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